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In seiner Oktober-Ausgabe 2006 berichtet das Wirtschaftsmagazin für den Rheinisch-Bergischen Kreis "punkt.RBW" in einem zweiseitigen Artikel über die Breidenbach GmbH. pdf Der Artikel als PDF 

Faszination Feuer
KAMINE VON BREIDENBACH: UNIKATE IN PRIVATHÄUSERN UND NOBELHOTELS

Wer die Autostadt in Wolfsburg besucht hat, trank dort womöglich in der Lobby des Luxushotels The Ritz-Carlton einen Kaffee und staunte über die harmonische Einheit von Sesselchen und dominierendem Kamin. Ein außergewöhnliches Stück, raumhoch, breit wie eine Zwischenwand, am Fuß durchbrochen für ein vergleichsweise kleines Kaminfenster mit Sicht auf Tag und Nacht tanzende Flammen. Ein Produkt aus Kürten. Ein Kamin der Breidenbach GmbH. Eins der individuellen Stücke, die im Gewerbegebiet Herweg produziert werden, um in Privathäusern, Restaurants, Hotels und anderen Gewerbebauten für eine behagliche Atmosphäre zu sorgen. Manchmal auch für Wärme.


Jeder Breidenbach-Kamin ist ein Unikat, individuell nach den Träumen der Kunden gefertigt. „Unsere Spezialitäten sind zum einen die offenen Kamine, diese absoluten Lustfeuer, meistens mit Gas befeuert, aber auch mit Holz. Und zum anderen sind es die Strahlungsöfen, die über die Oberfläche Wärme abgeben“, erklärt Geschäftsführer und Inhaber Kunibert Breidenbach. Eins biete sein Betrieb allerdings nicht: „Kaminöfen. Die machen wir absolut nicht.“

Im nächsten Jahr feiert die „Breidenbach Kachelofen- und Kaminbau GmbH“ 30-jähriges Bestehen. Der 55- jährige Chef hat sich in dieser Zeit zum Experten für exklusive Kamine im Innenbereich entwickelt. Seine Modelle stehen in Wohn- und Essräumen von München bis Hamburg. Auch in der Schweiz und in Spanien montierte sein Team hochwertige Schmuckstücke fürs gezähmte Feuer. „Jetzt werben wir stark auf Mallorca.“ Der Auftrag fürs The Ritz-Carlton in Wolfsburg bedeutete zur Jahrtausendwende den Sprung in die Nobelhotellerie. „Das war natürlich ein toller Einstieg.“ Inzwischen flackern Breidenbach-Kamine auch im Maritim auf Usedom und im Grand Hyatt in Berlin am Potsdamer Platz. Wer soweit nicht fahren möchte: Auch der Sülztaler Hof in Overath-Immekeppel unterstreicht sein wohnliches Ambiente durch ein Breidenbach-Modell.

„Wasser und Feuer sind Urelemente. Das ist Hintergrundmusik für die Seele, es ist Stimmung, Seelenschmaus“, schwärmt der Kürtener, der von seiner Arbeit begeistert und durchdrungen ist. Dabei kam er zu ihr über einen Umweg: Zunächst lernte er Fliesenleger. Es waren die 60er/70er Jahre, die Zentralheizung machte gerade den Kaminöfen den Garaus. Ab 1975 hätten die Menschen dann deutlich mehr Geld in der Tasche gehabt, erinnert sich Kunibert Breidenbach. „Es kam der deutsche Wohlstand und es wurden sehr oft offene Kamine in Wohnhäuser eingebaut.“ Er verkleidete sie häufig mit Fliesen und begann irgendwann, Modelle selbst zu entwerfen. „Ich habe gedacht, ich hätte einen neuen Beruf erfunden.“ Ihm machte das große Freude, während sein Chef bremste, weil die Kalkulation schwierig sei. Aber der junge Breidenbach hatte Lunte gerochen. „Feuer ist Faszination!“ Mit nicht mal 25 Jahren wagte er 1977 im Heimatort Wipperfeld den Schritt in die Selbstständigkeit – damals bereits verheiratet und Vater von drei Kindern (später vier).

Anfang 1978 startete der Betrieb richtig durch, als Kunibert Breidenbach und seine Ehefrau Katharina die heutige GmbH gründeten und einen Ofenbau-Meister einstellten. 1985 legte der Chef dann selbst die Meisterprüfung als Ofen-, Backofen- und Luftheizungsbauer ab. Zehn Jahre später zog er mit Betrieb und Familie nach Kürten um: Auf 3500 Quadratmetern Grund errichtete er in Herweg direkt an der B 506 – neben der seither in den Abend- und Morgenstunden stets ein einladendes Feuer lodert – ein Gebäude, das Werkstatt, Lager, Büros und rund 200 Quadratmeter Ausstellungsfläche bietet. Sechs Mitarbeiter kümmern sich hier darum, dass die Feuerträume der Kunden Gestalt annehmen.

„Es ist wirklich ein Traumjob“, schwärmt der Chef, der unbedingt mit Übernahmegarantie ausbilden möchte, aber dieses Jahr nur drei Bewerber hatte. „Man hat alle Materialien zur Verfügung.“ Es gibt Kamine aus rostigem Metall, aus Marmor oder Ziegeln, manche sind verputzt, andere gekachelt. Glas und Edelstahl, Holz und Keramik, Naturstein und Metall – der Kaminbauer legt seiner Phantasie keine Fesseln an. Die Ausstellung zeigt, was machbar ist: Da züngelt die „Dancing Flame“ hinterm Sichtfenster, von der Breidenbach GmbH schon mit sechs Metern Länge ausgeliefert. Im klassischen Kamin liegen Holzscheite, im Rundofen verströmt ein Feuerchen Behaglichkeit. In der Ecke ein High-Tech-Gerät: ein Ofen auf Basis der römischen Hypokaustenheizung mit 90 Prozent Wärmeausbeute. Ein Stück weiter eine große verputzte Ofenanlage, die offenes Schaufeuer mit Strahlungsofen, Herdplatte und Backofen kombiniert. Brot lasse sich da toll backen. „Pizza braucht zwei Minuten.“

„Der Kunde bekommt bei uns, was er sich wirklich vorgestellt hat“, verspricht der 55-jährige Kaminbauer. „Feuer in seiner schönsten Form.“ Dafür sammelt er alle Informationen und lässt sie in einen individuellen Kamin-Vorschlag einfließen, der per Computer fotorealistisch in den privaten Wohnraum montiert wird. Wichtig ist, zu erkennen, was der Kunde will: offenen Kamin oder Strahlungsofen? Ersteren gibt es konventionell mit Holz befeuert, vor allem aber als gasbetriebenes „Lustfeuer“. In diesem spielt Holz meist keine Rolle mehr, und wenn, dann nur als Imitat aus Keramikfaser. Die Flamme wird per Fernbedienung gezündet. Strahlungsöfen (Holzbrandgrundöfen) dienen dem Heizen – je nach Größe von 40 Quadratmetern bis zum ganzen Haus. Sie sollten täglich gefeuert werden, da sie bis vier Stunden zum Abgeben der Wärme benötigen. „Unsere Strahlungsöfen sind idiotensicher“, sagt Kunibert Breidenbach. Das Prinzip: Tür auf, Holz rein, Tür zu und Luftklappe auf, anderthalb Stunden später Luftklappe zu, dann 20 Stunden völlig in Ruhe lassen. Einmal täglich einen Korb Holz in solch einen Ofen zu legen, reiche für den ganzen Tag. „Wir arbeiten ohne Rost, denn dann braucht man die Asche nur alle sechs Wochen zu entfernen. Die Asche ist Bestandteil der Verbrennung, sie verbrennt fast rückstandslos.“

Ist das Wunschmodell individuell als Unikat entworfen, wird es im Souterrain in der Werkstatt vorgefertigt. Kaminbänke, Simse und Abdeckungen entstehen als Bauteil, so dass der Ofenbau beim Kunden nur drei bis sechs Tage dauert – im Folienzelt, das die Wohnung staubfrei hält. Schlüsselfertig und komplett in eigener Regie wickelt die Kürtener Firma Aufträge ab. Zehn Wochen Lieferzeit seien üblich, sagt der Chef. An jedem Tag der Woche steht er im Geschäft, auch samstags und sonntags. „Das ist mein Hobby!“ Das gilt auch für seine Frau, als kaufmännische Angestellte zuständig für die Wohnaccessoires im Ausstellungsraum, die auch Kunden ins Geschäft locken, die (noch) nicht auf Kaminsuche sind. Die Präsenz zahlt sich aus: 25 Prozent der Kaminaufträge ergeben sich nach einem Erstkontakt am Sonntag.

Bitte beachten Sie, dass am Samstag dem 7. April 2012, unsere Ausstellung geschlossen bleibt. Wir wünschen Ihnen angenehme Ostertage.

by Breidenbach GmbH Mittwoch, den 04. April 2012 um 08:16 Uhr